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Geteiltes Echo auf den neuen Graben

Die Umgestaltung des Grabens stößt bei den Vorstandsmitgliedern des Verkehrs- und Heimatvereins Heppenheim (VHH) auf ein geteiltes Echo. In ihre Anerkennung für optische Verbesserungen mischt sich Enttäuschung darüber, dass die vom Verein favorisierte Stadtpark-Idee nie wirklich verfolgt worden ist.

Einhelliges Urteil nach einer Besichtigung vor Ort: „Die kosmetische Auffrischung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier eine Chance vertan wurde.“ Den von der Stadt und Teilen der Wirtschaftsvereinigung oft gehörten Einwand, die Autostellplätze am Graben seien unverzichtbar für Besucher der Innen- und der Altstadt, wollen Vorsitzender Helmut Engelhard und Geschäftsführer Gerhard Kasper nicht widerspruchslos hinnehmen.


Beide verweisen in diesem Zusammenhang auf ihren früheren Vorschlag für den Bau eines Parkhauses auf dem schon bestehenden Parkhof. Die ernsthafte Suche nach einem Privatinvestor sei leider unterblieben. In vielen anderen finanziell angeschlagenen Städten habe sich die Zusammenarbeit mit Trägern aus der freien Wirtschaft bewährt. Ausdrücklich begrüßt habe der Verkehrs- und Heimatverein hingegen die Einbahnregelung am Graben. Mit der neuen Verkehrsführung habe die Stadt wenigstens einen von vielen anderen Vorschlägen des VHH umgesetzt.
Der Vorstand werde, wie Engelhard betonte, die weitere Entwicklung kritisch begleiten. Dazu zählt auch die Überlegung, die Landratsamtsmauer zurückzubauen, um so den trennenden Charakter zwischen Graben und der angrenzenden Anlage aufzuheben.
Auf dem brachliegenden Gelände hinter dem viel zu wuchtigen Mauerwerk könnte sich der Verein die Einrichtung eines zentrumsnahen Kinderspielplatzes vorstellen; eine Forderung übrigens, die von Eltern schon mehrfach erhoben worden ist.
Auf der Wunschliste steht ferner die Bepflanzung von Grünflächen im südlichen und nördlichen Grabenbereich – „Am besten noch vor Ostern“, so Gerhard Kasper. Überhaupt kein Verständnis bringt der Vorstand für die Entfernung der Blumenkästen am Marktbrunnen auf. Dass rings um diese Anlage Fahrräder abgestellt werden, sei ein untragbarer Zustand. Platz auf dem Großen Markt müsse für öffentliche Bänke mit Rückenlehnen geschaffen werden.
Informiert wurde während der Sitzung auch über den Stand der Vorbereitungen zu dem 2015 anstehenden Jubiläum „950 Jahre Starkenburg“. Als Mitglied eines Arbeitskreises, dem neben ihm Repräsentanten der Stadt, des Geschichtsvereins sowie des Museums angehören, schwebt dem VHH die Organisation eines mittelalterlichen Marktes und während der Festwoche eine Burgillumination vor.
Beteiligt ist der Verein auch an den Vorbereitungen zum 62. Bergsträßer Weinmarkt vom 27. Juni (Freitag) bis 6. Juli (Sonntag).
Das größte Ereignis steht dem drittältesten Heppenheim Verein indessen erst 2016 bevor, wenn er sich des Tages seiner Gründung vor 150 Jahren besinnt.