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Fast 400 Gäste an der langen Tafel

Verkehrs- und Heimatverein 
Zum Jubiläum ein Frühstück der besonderen Art / Viel Lob für die Organisation von Gerhard Kasper

VON FRITZ KUHN

HEPPENHEIM. Mit einer „Langen Frühstückstafel“ in der Fußgängerzone setzte der Verkehrs- und Heimatverein Heppenheim (VHV) am Samstagmorgen die Veranstaltungsreihe anlässlich seines 150-jährigen Jubiläums fort. Nahezu 400 Gäste nahmen das Angebot wahr. Die Bilanz von Vorsitzendem Helmut Engelhard fiel durchweg positiv aus: „Wir sind sowohl mit der Resonanz als auch mit dem Ablauf sehr zufrieden.“

Noch in der Frühe um sieben Uhr, als die Helfer anrückten, richteten sich die Blicke sorgenvoll gen Himmel. Verantwortlich dafür waren Voraussagen, die „lokale Schauer“ nicht ausschlossen. Geschäftsführer Gerhard Kasper ließ sich nicht beirren:  „Wir fangen an mit dem Aufbau.“ Drei Stunden später war die Bachgasse gastlich hergerichtet. Passend zum Start um zehn Uhr  blinzelte sogar kurz die Sonne durch die Wolkendecke.

Ausgehend vom Haus der ECHO-Redaktion in der oberen bis zur Konditorei Löffler in der unteren Hälfte von Heppenheims Hauptgeschäftsstraße konnte an den nahezu 50 Tischen, die es aneinandergereiht auf eine Länge von über 100 Metern brachten, Platz genommen werden.

 

 

Weil das Auge bekanntlich mitisst und der 150. Geburtstag eines Vereins kein Allerweltsereignis ist, war festlich eingedeckt worden. Wobei die Farbe blau dominierte: blaue Tischdecken aus Samt, blaue Servietten, zwischendrin blaue Luftballons und blau blühender Männertreu als dekorativer Blumenschmuck. „Diese Veranstaltung hat wirklich Stil“, war immer wieder zu hören. Das Lob gebührte in erster Linie Gerhard Kasper, der – wie schon bei den Frühstückstafeln 2009 und 2010 – die Vorarbeiten praktisch im Alleingang bewältigt hatte, am Veranstaltungstag dann aber doch auf Unterstützung angewiesen war.

25 Helferinnen und Helfer wuselten geschäftig durch die Fußgängerzone, verteilten Brotkörbchen, trugen Käse- und Wurstplatten sowie Butter, Marmeladen, Honig und Kakao auf. Dass der in Thermoskannen heiß gehaltene Kaffee über den „Weltladen“ besorgt wurde, gab der Veranstaltung sogar eine soziale Komponente. Ilse Frank, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Einrichtung, verwies am Rande des Frühstücks darauf, dass Heppenheim eine von bundesweit 500 Fairtrade-Städten ist, die sich den fairen Handel mit Produkten aus wirtschaftlich benachteiligten Regionen zum Ziel gesetzt haben. Nicht nur nebenbei: Der Kaffee war spitze. Abgerundet wurde der Genuss mit einem Glas Secco sowie mit Eis am Stiel – in beiden Fällen freilich angebaut bzw. hergestellt in heimischen Gefilden.

Zwei Stunden waren fürs große Frühstück anberaumt worden. Dass die meisten Gäste noch etwas länger sitzen blieben, spricht für sich. Aufgelockert wurde das Vergnügen bei Speis und Trank von Schülern des Konservatoriums Bergstraße. Das von Nelida Capatina geleitete Streicherensemble erfreute an wechselnden Standorten, trug neben anderem den Tango „La Cumparsita“ vor, was übersetzt einen Karnevalsumzug meint. Soweit sind wir freilich noch nicht. Gleichwohl passte das Spiel so recht zur heiteren Atmosphäre.

Besonders dankbar angenommen wurde die Möglichkeit, Tische für Gruppen reservieren zu lassen. Freundeskreise und Stammtischrunden machten ebenso davon Gebrauch wie Familien von A (wie Althaus) bis zu Z (wie Zahn). Solidarität mit dem Jubilar bekundeten außerdem Bürgermeister Rainer Burelbach und Stadtverordnetenvorsteherin Susanne Benjir sowie Pfarrer Thomas Meurer von der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Peter. Dass die bereits 1864 gegründete Kolpingfamilie mit einer starken Abordnung vertreten war, freute den Jubilar auch deshalb, weil er altersmäßig mit ihr (fast) auf einer Stufe steht. Beide Vereine bilden zusammen mit dem TVH das Trio, das schon 150 Jahre auf dem Buckel hat. Soviel Gemeinsamkeit verbindet.

VIELE HELFENDE HÄNDE

(fk) Gerhard Kasper, Cheforganisator der langen Frühstückstafel, gab das an ihn herangetragene Lob gerne weiter. Dass alles so gut geklappt habe, sei vielen Helfern zu verdanken. Sein Dank richtete sich an die Sparkasse Starkenburg für die finanzielle Unterstützung sowie an die ortsansässigen Bäcker, Metzger und Weinbaubetriebe, die Sonderkonditionen einräumten. In den Dienst der guten Sache stellten sich außerdem der Gesangverein Harmonie, dessen Chöre weitgehend den Servicedienst übernahmen, sowie die Feuerwehr Kirschhausen (Aufbauhilfe) und der TV Sonderbach, der Geschirr und Bestecke zur Verfügung stellte.